
In dem Projekt geht es darum, den gegenwärtigen Transitionsprozess, in dem sich die moderne Gesellschaft befindet, ausgelöst oder zumindest beflügelt durch die rasante Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnologien und der mit ihnen verbundenen Diskontinuitäten in den gesellschaftlichen Kommunikationsverhältnissen zu verstehen. Wir greifen die vielerorts vertretene Behauptung auf, dass die gegenwärtig zu beobachtende Transition in einen gesellschaftlichen Zustand führt, der als "Wissensgesellschaft" bezeichnet werden kann. Diese These wird von uns insofern kritisiert, als wir davon ausgehen, dass alle Gesellschaften in dem Sinne Wissensgesellschaften sind, indem sie besondere soziale Mechanismen entwickeln müssen, um mit ihrem Wissen umzugehen. Dies tun sie in mehrfacher Hinsicht. Es werden Strukturen aufgebaut, in denen gesellschaftlich relevantes Wissen produziert, verteilt, angewendet, gespeichert, wiedergefunden und vergessen wird. Diese grundlegende Notwendigkeit haben alle Hochkulturen in der Geschichte der Menschheit erkannt und entsprechende Praktiken entwickelt. Dementsprechend halten wir es für wenig sinnvoll, eine oder mehrere historische Besonderungen von Gesellschaft explizit als Wissensgesellschaft zu bezeichnen und andere nicht. Was die Gesellschaften allerdings unterscheidet ist die Art und Weise, in der dieser Umgang mit ihrem Wissen geschieht.
Ausgewählte Publikationen:
Im Mittelpunkt der interdisziplinären Forschungsarbeiten stand das organisatorisch und technisch noch ungelöste sowie wissenschaftlich bislang nur rudimentär verstandene Problem semantischer Archivierungs- und Suchprozesse von Wissen. Diese Frage gewinnt jedoch im Zuge der Entwicklung der sogenannten »Wissensgesellschaft« zunehmende Bedeutung vor allem im Hinblick auf die langfristige Sicherung und Verfügbarkeit gesellschaftlichen Wissens. Im Rahmen einer breit angelegten internationalen Kooperation befasste sich das Projekt mit dem Problem der Entstehung, der Bewahrung und der Kommunikation von Wissen. Grundlegende Fragen des Erinnerns und des Vergessens, der Kondensation und der Aktualisierung multimedialer Informationen waren ebenso Gegenstand der Arbeiten wie die sich aus neuen informationstechnischen Unterstützungsformen andeutenden Potenziale für Verfahren zur Klassifizierung, Archivierung und zur sematischen Suche multimedialer Inhalte.
Ausgewählte Publikationen:
Paetau, M.: Wissen in sozialen Strukturen. In: Wyssusek, B. (Hg.): Wissensmanagement komplex: Perspektiven und soziale Praxis. Berlin 2004: Schmidt, S. 119-134
Die Arbeiten fanden im Rahmen des von der Bundesregierung geförderten Verbundprojekts "Global zukunftsfähige Entwicklung - Perspektiven für Deutschland" der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren (HGF) statt. Übergeordnetes Ziel dieses Verbundprojektes war es, wissenschaftlich fundiert und normativ reflektiert die Diskussion über Nachhaltigkeitsdefizite, Indikatoren und Strategien für Deutschland im globalen Kontext voranzubringen. Das vom Fraunhofer Institut AIS bearbeitete Teilprojekt untersuchte das Potential der IuK-Schlüsseltechnologien für die Umsetzung des Leitbildes »Sustainable Development«. Untersucht wurden Anforderungen, Voraussetzungen und Ansätze für nachhaltige Kommunikationsverhältnisse.
Ausgewählte Publikationen:
Coenen, R.; Grunwald, A. (Hg.): Nachhaltigkeitsprobleme in Deutschland. Analysen und Lösungsstrategien. Berlin 2003: Sigma.
Kopfmüller, J.; Brandl, V.; Jörissen, J.; Paetau, M.; Banse, G.; Coenen, R.; Grunwald, A.: Nachhaltige Entwicklung integrativ betrachtet. Konstitutive Elemente, Regeln, Indikatoren. Berlin 2001: Sigma
Der Forschungsverbund "Multimedia und Gesellschaft" des Landes Nordrhein-Westfalen hatte zum Ziel, die Wechselwirkung der neuen Technik mit den verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen zu erkunden - und soweit möglich - gestaltend einzugreifen. Schwerpunkte des Projektverbundes waren Virtuelle Organisationen und Gemeinschaften, Rahmenbedingungen und Regulierung der Mediennutzung sowie die wirtschaftlichen Auswirkungen der neuen Techniken.
Ausgewählte Publikationen:
Paetau, M.: Virtuelle Unternehmung: Netzwerk oder Soziales System. In: Keil-Slawik, R. (Hg.): Digitale Medien und gesellschaftliche Entwicklung. Arbeit, Recht und Gemeinschaft in der Informationsgesellschaft. Münster 2001: Waxmann, S. 149-171
Paetau, M.: Can Virtual Enterprises Build up an Own Identity? Cybernetics & Human Knowing. Vol. 6 (1999), S. 39-53
In dem GMD-Projekt "Kultur - Medien - Technik" ging es um die kultur- und sozialwissenschaftliche Analyse der sich abzeichnenden Veränderung der gesellschaftlichen Kommunikationsverhältnisse insbesondere im Hinblick auf die sich durch neuere informationstechnsiche Entwicklungen (Immersionstechnologien wie "Virtual Reality" oder "Augmented Reality" und Simulationstechnologien wie "Artificial Reality") ergebenden Möglichkeiten zur "Virtualisierung" sozialer Prozesse.
Ausgewählte Publikationen:
Paetau, M.: Computernetze und die Konstitution des Sozialen. Honneger, C.; Hradil, S. & Traxler, F. (Ed.): Grenzenlose Gesellschaft? Verhandlungen des 29. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, des 16. Kongresses des Österreichischen Gesellschaft für Soziologie, des 11. Kongresses der Schweizerischen Gesellschaft für Soziologie in Freiburg i.Br. 1998. Opladen: Leske + Budrich, 1999 , 270-284
Becker, B.; Paetau, M. (Hg.): Virtualisierung des Sozialen. Die Informationsgesellschaft zwischen Fragmentierung und Globalisierung. Frankfurt am Main - New York 1997: Campus
Paetau, M.: Kommunikationsweise und sozialer Raum. In: Bulmahn, E. et al. (Hg.): Informationsgesellschaft - Medien - Demokratie. Kritik - Positionen - Visionen. Marburg 1996: BdWi-Verlag, S. 168 - 173
Das im Auftrag des BMBF durchgeführte Projekt »Leitbilder in der Informatik« behandelte die Frage, inwieweit Leitbilder systematisch als ein Instrument zur Steuerung technischer Entwicklungsarbeiten eingesetzt werden können. Die Arbeiten bezogen sicht sowohl auf die Nutzung von Leitbildern für technische Entwicklungs- und Gestaltungsarbeiten als auch auf ihre Einsatzmöglichkeiten im Rahmen einer prospektiven Technologiefolgenabschätzung.
Ausgewählte Publikationen:
Mambrey, P.; Paetau, M.; Tepper, A.: Technikentwicklung durch Leitbilder. Neue Steuerungs- und Bewertungsinstrumente. Frankfurt am Main - New York 1995: Campus
Mambrey, P.; Paetau, M.; Tepper, A.: Controlling Visions and Metaphors. Duncan, K.; Krueger, K. (Hg.): 13th World Computer Congress ´94. Amsterdam 1994: Elsevier Science, S. 223 - 228
Das im GMD-Forschungszentrum durchgeführte und vom BMFT unterstützte interdisziplinäre Projekt »SAGA« befasste sich mit dem Spannungsverhältnis von Standardisierungsanforderungen und benutzerorientierten Anpassungsmöglichkeiten bei kooperationsunterstützenden Kommunikationssystemen. Es sollten insbesondere die Möglichkeiten ausgelotet werden, KI-Techniken für die adaptive Gestaltung der Mensch-Maschine-Kommunikation einzusetzen und sie für eine situationsgerechte Gestaltung dieses Spannungsverhältnis nutzbar zu machen.
Ausgewählte Publikationen:
Paetau, M., : Configurative Technology: Adaptation to Social Systems Dynamism. In: Oppermann, R. (Hg.): Adaptive User Support. Ergonomic Design of Manually and Automatically Adaptable Software. Hillsdale, New Jersey 1994: Lawrence Erlbaum Ass. S. 194 – 234.
Becker, B.; Paetau, M.: Von der »kognitiven« zur »interaktiven« Adäquatheit. Expertensysteme zwischen Substitution und Assistenz menschlicher Problemlösungen. In: Malsch, Th.; Mill, U. (Hg.): ArBYTE. Modernisierung der Industriesoziologie? Berlin 1992: Sigma, S. 133 – 155.
Im Rahmen des Projekts »EVADIS« wurden empirische Feld- und Laboruntersuchungen zur Mensch-Maschine-Kommunikation durchgeführt. Ziel war es, sozialwissenschaftlich fundierte Prinzipien einer dem menschlichen Kommunikationsverhalten angemessenen Benutzungsschnittstelle zu entwickeln
Ausgewählte Publikationen:
Paetau, M.: Mensch-Maschine-Kommunikation. Software, Gestaltungspotentiale, Sozialverträglichkeit. Frankfurt am Main - New York 1990: Campus
Oppermann, R., et al: Evaluation von Dialogsystemen. Der software-ergonomische Leitfaden EVADIS. Berlin – New York 1988: De Gruyter
Die im GMD-Forschungszentrum durchgeführte Entwicklung des ersten deutschen computergestützten Kommunikationssystems »KOMEX« wurde zum Anlass genommen, sozialwissenschaftliche Untersuchungen über die zu erwartenden Veränderungen in der menschlichen Kommunikation durchzuführen.
Ausgewählte Publikationen:
Paetau, M.: Soziologische Dimensionen computergestützter Bürokommunikation. Arbeitspapiere der GMD Nr. 18, Sankt Augustin 1983: GMD-Selbstverlag
Paetau, M.; Pieper, M.: Computer und menschliche Kommunikation. Beiträge zur techniksoziologischen Erforschung computergestützter Kommunikation. Arbeitspapiere der GMD 144. GMD-Selbstverlag 1985