
Im Zentrum der Arbeiten steht der Versuch, den
gegenwärtigen Transitionsprozess, in dem sich die moderne Gesellschaft
befindet, ausgelöst oder zumindest beflügelt durch die rasante
Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnologien und der
mit ihnen verbundenen Diskontinuitäten in den gesellschaftlichen
Kommunikationsverhältnissen, zu verstehen. Ausgegangen wird von der
Überzeugung, dass - historisch betrachtet - jede Gesellschaft insofern
eine "Wissensgesellschaft" ist, als sie besondere Mechanismen
entwickeln muss, mit ihrem Wissen umzugehen. Dies geschieht in
mehrfacher Hinsicht: Es werden Strukuren aufgebaut, in denen
gesellschaftlich relevantes Wissen produziert, verteilt,
angewendet, gespeichert, wiedergefunden und vergessen wird. Man
kann davon ausgehen, dass diese unterschiedlichen Formen in den Kulturen des Wissens einer
Gesellschaft Konsequenzen für wichtige soziale Aspekte wie der
politischen und ökonomischen Macht, der Autonomie oder Heterenomie der
gesellschaftlichen Individuen, des Zugangs zum gesellschaftlichen
Wissen, seiner Ökonomisierung oder freien Verfügbarkeit haben. Ein
Blick in die Geschichte zeigt diesen Zusammenhang von medialer
Entwicklung und gesellschaftlichen Strukturveränderungen deutlich,
wenngleich man ganz sicher nicht eine technik- oder
mediendeterminierte Kausalität unterstellen darf.
Um derartige komplexe Wechselbeziehungen zwischen sozialen,
ökonomischen, politischen und kulturellen Faktoren analysieren zu
können, bietet sich die Soziokybernetik als geeigneter Ansatz
an. Soziokybernetik lässt sich charakterisieren als die
Anwendung systemischer und kybernetischer Prinzipien in der Soziologie
und anderen Sozialwissenschaften zur interdisziplinären Analyse
sozialer Phänomene in ihrer Komplexität und Dynamik.
[siehe mehr über grundlegende
soziokybernetische Prinzipien
]